Rübe ab! Onslaught, VI (AFM/Soulfood, 2013)

OnslaughtEin veritables Brett, eine Abrissbirne, ein Album, das dir die Rübe abmontiert und dabei keine Gefangenen macht. Es ist eine wahre Freude, wenn man sich in Bezug auf ein Album ganz ohne Schamgefühl einmal sämtlicher Klischees bedienen darf, die szeneaffine Zeitgenossen und Schreiberlinge gerne dann auspacken, wenn ihnen die Superlative ausgehen.

Noch nie war der Name Onslaught so sehr Programm und Symbol wie auf dem neuem, schlicht „VI“ benannten sechsten Album der Namensträger, das auf den ohnehin schon herausragenden Vorgänger „Sounds of Violence“ noch einmal eine ordentliche Schippe an Wucht und Fokussiertheit drauflegt und das in Zeiten, in denen selbstbetitelte Alben wieder in Mode gekommen sind, gleichermaßen selbstbewusst wie angemessen auch einfach mit dem Bandnamen hätte betitelt werden können.

Wer sich stilistisch derart überzeugend zwischen neueren Kreator (Hordes of Chaos), Overkill (Ironbound) und Testament (Dark Roots of Earth) in Stellung bringt, ein Songwriting vorlegt, das die Trademarks des Genres präziser nicht auf den Punkt bringen könnte, einen Groove auffährt, der einem die Tränen in die Augen treibt wie weiland bei der ersten Begegnung mit Creeping Death, das Ganze mit einem Quentchen Melechesh als Sahnehäubchen ablöscht und dabei nicht einmal ansatzweise den Eindruck erweckt, das Werk sei am Reißbrett auf maximalen Effekt getrimmt worden, der verdient nichts Geringeres als den Titel „Thrash-Album des Jahres„. Auch wenn erst Oktober ist: Für Thrash-Gourmands wurde Weihnachten in diesem Jahr um drei Monate vorverlegt. Onslaught legen die Messlatte dermaßen hoch, dass andere einschlägige Vertreter der Zunft (Slayer, Legion of the Damned) erleichtert sein können, ihre angekündigten Releases erst im nächsten Jahr unters Volk bringen zu wollen. Der Schatten, den dieses Album vorauswirft, ist ebenso lang wie nachhaltig.

All killers, no fillers – In diesem Sinne: Haare auf und Rübe ab!

(Anspieltipps: Fuel for My Fire, Children of the Sand, Dead Man Walking).

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Thrash Metal

Eine Antwort zu “Rübe ab! Onslaught, VI (AFM/Soulfood, 2013)

  1. Pingback: Was WAR und IST und WIRD: ein Blick zurück voraus (Rückblick 2013) | imploding thought

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s