Lord Dying, Summon The Faithless (Relapse, 2013)

Lord Dying, Summon The FaithlessGäbe es eine Welt ohne Schweiß und weibliche Ermahnung, würde ich dieser Tage mein jüngst erworbenes LORD-DYING-Shirt spontan zur universellen Bekleidung erklären und bis auf Weiteres nicht wieder ablegen: „Summon The Faithless“ ist ein Album, das mich auch nach wiederholtem Hören restlos begeistert. Das Album wartet auf mit Tony-Iommi-Riffing, das durch den Sludgewolf gedreht und mit der Brachialität von Black Tusk, frühen Mastodon und jeder Menge Proto-Thrash angereichert wurde. In punkto Sound und Atmosphäre vereint man dabei die besten Elemente von frühen Black Sabbath und prototypischem Sunlight-Death-Metal. Räudige Mitten-in-die-Fresse-Vocals irgendwo zwischen Paul di Anno und Johnny Hedlund verpassen dem Ganzen den nötigen Dreck unter den Fingernägeln, dessen es bedarf, um bei Erstkontakt nachhaltig zu infizieren. Das Resultat sind acht Perlen feinster Sludge-Doom-Post-Death-wasauchimmer-Herrlichkeit: ‚Descend Into External‚, ‚Dreams Of Mercy‚, ‚Greed Is Your Horse‚ und ‚What Is Not … Is‚ grooven wie ins Doomige gewendete, bitterböse Bastarde aus Mastodon und Unleashed, ‚In A Frightened State Of Gnawed Dismemberment‚ fährt mehrere Sorten erhabener Sabbath-Gedächtnis-Riffs auf und kleidet diese in einen kompromisslosen Dismember-Sound, ‚Summoning The Faithless‚, ‚Perverse Osmosis‚ und ‚Water Under A Buring Bridge‚ sind schleppend-giftige Sludge-Doom-Monster mit wuchtigem Drumming und erbarmungslosem Zersetzungspotenzial. Diese Platte ist zugleich finsterer Hassklumpen, schonungslos und direkt wie prototypischer Hardcore-Punk, simpel und eingängig im Ansatz und voller heimtückischer Widerhaken. Sie wird, wenn du dich nicht vorsiehst, sich in deinem Gehör festsetzen, in dein Gehirn einfressen, dort eitrige Wurzeln schlagen, auswuchern und böse Früchte tragen, um dir schließlich von innen heraus den Schädel zu spalten. Wenn du dafür bereit bist: Bitteschön! Aber sag später nicht, man hätte dich nicht gewarnt!

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Eingeordnet unter Death Metal, Doom, Sludge, Stoner Rock, Thrash Metal

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