Legacy #90: Die Ränder des Extremen, The Black Dahlia Murder, Alterbeast & more

Legacy #90In Ausgabe #90 des Legacy-Magazins (Erscheinungstermin: 30. April) gibt es wieder verschiedene Beiträge aus meiner (digitalen) Feder:

[1] Ich habe mich gefreut, diesmal die traditionsreiche Rubrik „Dead .. But Not Buried“ mit Leben füllen und fünf (nicht tagesaktuelle) Alben meiner Wahl im Zusammenhang besprechen zu dürfen. Dabei habe ich mich für einen thematischen Rahmen entschieden, in den Alben gehören, die zwar alle irgendwie mit Death Metal zu tun haben (insofern sie entweder – als „Proto-Death“-Scheiben – für das Genre prägend waren oder von prominenten seiner Vertreter hervorgebracht wurden), die aber im engeren Sinne allesamt keine echten Death-Metal-Alben sind. Mindestens zwei davon sind nicht einmal ansatzweise dem Todesschrot zuzurechnen, eines davon ist sogar maximalstmöglich von Breakdowns, Growls und tödlich heruntergestimmtem Gitarrenwerk entfernt. Und dennoch: Gerade in der Heterogenität der Zusammenstellung liegt ihr Reiz (zumindest für mich, der ich natürlich inständig hoffe, dass irgendjemand mein Reizerleben teilt): Die Alben sind allesamt an den historischen oder stilistischen Rändern des Genres angesiedelt oder greifen deutlich über diese hinaus: Sie sind Fast-, Noch-nicht-, Mehr-als- oder Nicht-mehr-Death-Metal-Scheiben. Konkret geht es um die folgenden Werke: REPULSION „Horrified“ (1989), MERCILESS „The Awakening“ (1990), THEORY IN PRACTICE „Colonizing The Sun“ (2002), CONTROL DENIED „The Fragile Art Of Existence“ (1999) und ÆON SPOKE „Æon Spoke“ (2007).

[2] Überaus witzig war mein Interview mit Trevor Strnad von THE BLACK DAHLIA MURDER: Unter dem Titel „Leichen im Keller und Monster voraus“ habe ich mich mit ihm über die DVD „Fool ‚Em All“ unterhalten, die zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht einmal als Promo-Copy verfügbar war. Aber man kann ja trotzdem schon mal drüber sprechen und dem Herrn auf den Zahn fühlen, weshalb man diese DVD unbedingt haben muss. Ganz nebenbei habe ich dabei auch noch erfahren, dass der Erfolg von THE BLACK DAHLIA MURDER auf nichts weiter als Lug, Trug, skrupelloser Trickserei und erbarmungslosem Ohrabkauen beruht. Glaubt ihr nicht? Dann lest!

[3] Ebenfalls interessant: Mein Gespräch mit den kalifornischen Tech-Deathern ALTERBEAST aus Kalifornien: Deren Debütalbum „Immortal“ ist im wahrsten Sinne „Futter für die Bestie„. Wer (wie ich) mit dem (in Legacy #89 besprochenen) SOREPTION-Album oder auch mit Acts wie SPAWN OF POSSESSION, ATHEIST, MORBID ANGEL, DECAPITATED, NECROPHAGIST oder DYING FETUS etwas anfangen kann, möglicherweise bei dem einen oder anderen Namen gar Appetit auf wohltemperierte und technisch bestechende Gewalt bekommt, der sollte gemessenen Schrittes, aber nicht zu zögerlich, rückwirkend zum 18. März das Fleischereifachgeschäft seines Vertrauens auf- und heimsuchen und das Produkt eintüten.

[4] Eine Scheibe, die ganz offensichtlich einen langwierigen, kaum geradlinigen und schwierigen Entstehungsprozess hatte, ist das Album-Debüt „Antidote“ der schwedischen Thrasher BENEATH, das ganze zwanzig Jahre zum Werden benötigt hat. Leider klingt das Ganze nicht wirklich nach dem krönenden Ergebnis eines derart langen Reifungsprozesses: Zwar hat das Opus durchaus seine Momente; vieles ist aber halbgar und hätte dringend der strukturierenden Hand eines erfahrenen Produzenten bedurft. Statt einen solchen zu Rate zu ziehen, hat man lieber selbst produziert. Wirklich „schlecht“ ist das Album nicht – so gut wie alles auf der Scheibe hat man in den vergangenen zwanzig Jahren (und auch schon davor) aber leider von zig anderen Bands schon zigmal und um Klassen überzeugender gehört; zum großenteils eher mittelmäßigen Songwriting gesellt sich ein Gesang, der über weite Strecken eher bemüht, stellenweise auch amateurhaft rüberkommt. Insgesamt ist das Album – das räumt die Band selbst ein – eher als Abschluss einer gemeinsamen Bandgeschichte gedacht denn als Eintrittskarte in eine professionelle Zukunft. Aber wer weiß? Wer sich ausführlicher informieren möchte, findet die Details in meinem Interview mit der Band und auch in meiner Review, in der ich die Scheibe – wohlwollend, zugegebenermaßen – mit (noch) 8 von 15 Punkten bedacht habe.

[5] Deutlich überzeugender fällt dagegen „Exilium“ aus, das dritte Album der spanischen Extremmetaller NOCTEM: Freunde epischen Death Metals ohne Berührungsängste zu deutlichen schwarzmetallischen Anleihen sowie der einen oder anderen fetten Synthiefläche dürften hier durchaus in Verzückung verfallen. Ich selbst bin Synthies gegenüber in der Regel eher skeptisch, lasse mich aber bei diesem Album an der einen oder anderen Stelle durchaus mal mitreißen, was insbesondere auch am abwechslungs- und facettenreichen Songwriting liegt. Mein persönlicher Anspieltipp ist der Albumcloser ‚The Adamantine Doors‘. Wert war mir die ganze Sache satte 11 Punkte.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Black Metal, Death Metal, Thrash Metal, Uncategorized

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s