Archiv der Kategorie: Death Metal

Legacy #92: Tom Angelripper, Deserted Fear, Decapitated, Earth, Earthship, Meshuggah & Co.

Legacy #92Juli und August waren heiße Monate – nicht nur meteorologisch, sondern auch in punkto neuer Releases. Da die LEGACY-Ausgabe #92 aufgrund der Festivalsaison gegenüber dem üblichen Zwei-Monats-Turnus verspätet erscheint, ist der Berichtszeitraum und damit die Fülle der Releases größer als sonst schon. Masse muss nicht Klasse heißen, doch in diesem Fall gab es diverse einschlägige Scheiben, auf deren analytische Inohrenscheinnahme ich mich teilweise bereits Monate im Voraus gefreut hatte.

Meine beiden persönlichen Alben der Saison kommen von EARTH und – wie könnte es anders sein – von MASTODON, beachtlich und ebenfalls herausragend sind weiterhin die Zweitlinge von EARTHSHIP und von BEYOND CREATION sowie – mit unfassbarem Hitpotenzial – die neue Scheibe von ONKEL TOM (die ich allesamt für die aktuelle Ausgabe rezensiert habe). Darüber hinaus sind auch die neuen Releases von CANNIBAL CORPSE und DECAPITATED erstklassig, beide Bands präsentieren sich stilistisch innovativ wie kaum zuvor.

Neben neun Reviews habe ich zur Ausgabe wieder verschiedene Interviews beigesteuert:

Mit Tom Angelripper führte ich ein einstündiges Telefoninterview, das sich als so ergiebig entpuppte, dass dabei nicht nur der für das Heft vorgesehene Zweiseiter, sondern darüber hinaus auch ein ebenso langer zusätzlicher Artikel heraussprang, der auf der LEGACY-Website veröffentlicht ist. Während der Text im Heft vor allem um das neue Studiowerk „H.E.L.D“ von ONKEL TOM kreist, geht es im Online-Bonusinterview um den ganzen Rest, insbesondere um ein mögliches neues SODOM-Release, die Metalszene im Allgemeinen sowie die „Goldenen Achzigerjahre“ im Speziellen

Mit Fabian von DESERTED FEAR habe ich neben einem Studio-Vorbericht zum (nicht nur von mir mit Spannung erwarteten) kommenden zweiten Album „Kingdom Of Worms“ ein Interview über die bewegten zwei Jahre seit dem vielbeachteten Debüt der Band sowie das Songwriting und die Aufnahme der neuen Scheibe geführt. Den Studiobericht gibt’s im Heft, das Interview online. Weil es so schön ist, wird es im nächsten LEGACY obendrauf noch einen weiteren Zweiseiter zum Album geben, diesmal u.a. mit Schwerpunkt auf den kleinen, aber feinen Weiterentwicklungen im Songwriting der Band sowie Hintergründen zu den Lyrics. Passend dazu kommt dann auch die schonungslose Review des am 24.10. erscheinenden Albums (das – so viel sei schon verraten – selbst kritischster Analyse souverän standhält und dessen die Band, dessen bin ich mir sicher, erneut ein deutliches Stück voranbringen wird).

Mit Vogg von DECAPITATED habe ich mich über das neue Album der polnischen Death-Metal-Institution, den Gesundheitszustand von Drummer Covan, den Alltag als Musiker und Bandmanager in Personalunion sowie die Lage der Welt unterhalten. Amüsant darüber hinaus auch mein Interview mit den brasilianischen Newcomern von CONSIDERED DEAD, bei dem es – aktuellen Ereignissen geschuldet – zwangsläufig nicht nur um Metal, sondern auch um Fußball im Allgemeinen sowie die geschichtsträchtige Halbfinalniederlage der Seleção gegen Deutschland ging. Wer auf Old-School-Death-Metal mit erkennbaren Thrash-Wurzeln (Slayyeeeeerrr!!) steht, sollte übrigens unbedingt das jüngst von F.D.A. Rekotz wiederveröffentlichte Demo dieser Band antesten (Anspieltipp: ‚Claiming Insanity‘).

Zum 25-jährigen Bandjubiläum von MESHUGGAH gab es im September übrigens ein Re-Release der Ein-Track-EP „I“. Das musste unbedingt auch noch einmal besprochen werden – nicht nur des Jubiläums wegen, sondern vor allem auch, weil das darauf enthaltene 25-minütige Stück Proggeschichte die stilistische Formel der Schweden so kongenial zusammenfasst wie vermutlich kaum ein anderes Werk der Band.

Die ausführlichen Releases zu allen von mir besprochenen Tonträgern finden sich im Heft. Als Teaser seien hier pro Album nur jeweils zwei zusammenfassende Sätze vorausgeschickt – den Rest sowie weitere 270 Seiten Lesestoff gibt es wie gewohnt beim Zeitschriftenhändler. ;-)

  • BEYOND CREATION „Earthborn Evolution“
    (Season of Mist)
    Die Kanadier präsentieren auf ihrem zweiten Album technischen, leicht angejazzten Death Metal, der zwar spielerisch und kompositorisch anspruchsvoll daherkommt, der aber dank eines durchgängig nachvollziehbaren Riffings, diverser grandioser Hooklines und epischer Gitarrensoli niemals verkopft wirkt. Wer sich für frühe Cynic oder die progressiven Alben aus dem Oeuvre von Death begeistern kann, wird an dieser Scheibe seine Freude haben. (13/15 Punkte)
  • EARTH „Primitive And Deadly“
    (Southern Lord)
    Wo sich der Großmeister der Langsamkeit, Dylan Carlson, in den vergangenen Jahren zugunsten glasklar zelebrierter Americana unter stetiger Reduktion des musikalisch Erforderlichen eine gewisse Askese auferlegte, wird nun wieder hemmungslos den fetten Garagensounds mit feinen, den Riffs immanenten Rückkopplungen gefrönt. EARTH gelingt es mit „Primitive And Deadly“, die Höhepunkte ihres bisherigen Schaffens in einzigartiger Weise zu integrieren und auf en neues Level zu heben. (13/15 Punkte)
  • MASTODON „Once More ‚Round The Sun“
    (Reprise/Warner)
    „Once More ‚Round The Sun“ vereint über weite Strecken die Trademarks der beiden letzten Alben, ohne die Sludge-Kante früherer Großtaten gänzlich abzulegen. Auch wenn man nicht die Einzigartigkeit von „Crack the Skye“ oder die Erbarmungslosigkeit eines „Leviathan“ erreicht, ergibt sich unterm Strich eine Scheibe, die einmal mehr und überzeugend beweist, welche stilistische Eigenständigkeit sich MASTODON innerhalb der Metalszene erspielt haben. Gäbe es diese Band nicht, man müsste sie erfinden. (12/15 Punkte)
  • EARTHSHIP „Withered“
    (Pelagic Records)
    EARTHSHIPs musikalische Signatur verknüpft die Sludge-Urgewalt von Mastodons Frühwerk („Remission“, anybody?) stilsicher einerseits mit Death’n’Roll-Elementen inklusive Sunlight-Sound und andererseits mit Bezügen auf ganz frühe Black Sabbath. Der Sound ist heavy as fuck und quetscht einen mit der Wucht eines im Standgas operierenden 40-Tonners gegen die Wand. Fans der genannten Einflüsse kommen an dieser Scheibe kaum vorbei. (12/15 Punkte)
  • CONSIDERED DEAD „Mentally Tortured“
    (FDA Rekotz)
    Was auf „Mentally Tortured“, dem Re-Release des Demos der brasilianischen Newcomer, aus den Boxen ballert, ist in ungefähr die Schnittmenge dessen, was frühe Slayer, klassische Sepultura sowie die Prototypen ganz alter Stockholmer und Ostküsten-Schule fabriziert haben: interkontinentaler Old-School-Death-Metal, der seine Thrash-Wurzeln stolz zur Schau stellt – oder auch schnörkellos effektiver US-Thrash mit ranziger Death-Metal-Schlagseite. Das Teil versprüht jede Menge Old-School-Charme bis hin zum organischen, nicht allzu transparenten Sound. (10/15 Punkte)
  • ONKEL TOM „H.E.L.D.“
    (Steamhammer/SPV)
    Erneut zelebriert der ONKEL seine prollig-charmante, gerne mal mit einem Augenzwinkern apostrophierte Mischung aus Deutschpunk, Deutschrock und Metal, und fährt dazu ein abwechslungsreiches 13-Gänge-Menü mit ungemeiner Hitdichte auf. Sämtliche Songs der Scheibe haben Ohrwurmcharakter, sind knackig, süffig und lassen sich direkt mitgrölen – sogar nüchern, wenn’s denn sein muss. (12/15 Punkte)
  • MESHUGGAH „I“ (Reissue)
    (Nuclear Blast)
    ‚I‘ bezeichnete 2004 nicht weniger als eine Vermessung des stilistischen Kosmos, den MESHUGGAH mit ihren ersten vier Alben entworfen hatten, und zugleich ein sperriges wie aufregendes Stück progressiven Thrash Metals, das Hirn und Ohr auf eine zieloffene musikalische Entdeckungsreise schickte, die auch beim x-ten Hören noch zu faszinieren verstand. Ein kleines Meisterwerk von zeitloser Größe, neu aufgelegt zum diesjährigen Bandjubiläum, das 25 Jahre MESHUGGAH paradigmatisch wie kein anderes Stück der Band auf den Punkt bringt. (–)
  • THEORY OF A DEADMAN „Savages“
    (Roadrunner)
    Wer sich immer schon gefragt hat, wie eine Band klingen mag, die null Prozent künstlerische Ambitionen hat und deren ausschließlicher Antrieb darin besteht, um jeden Preis ins Mainstreamradio kommen zu wollen, der braucht diese Scheibe unbedingt; ansonsten braucht sie keiner. Da der Monat so viele andere spannende Releases zu bieten hat, lässt sich der Rezensent dazu erweichen, die hier vorgelegte Dreistigkeit zumindest teilweise mit „Geschmäcker sind verschieden“ zu entschuldigen und das Album mit maßlos übertriebenen 4 Zählern zu würdigen, befürchtend, ihm damit eine seiner höchsten ernstgemeinten Bewertungen überhaupt zu bescheren. (4/15 Punkte)

Fürs nächste Heft, bei dem schon jetzt die redaktionelle Deadline naht, wird es von mir Reviews und Artikel u.a. zu den folgenden Bands geben (alphabetisch): 7 H.Target, Abysmal Dawn, Atriarch, Bastard Feast, Black Crown Initiate, Deserted Fear, Dying Out Flame, Robert Plant, Tantal. Das neue Album von Robert Plant ist bei mir natürlich außer jeder Konkurrenz (und schon jetzt, obgleich erst jüngst erschienen, der heißeste Anwärter auf mein persönliches Album des Jahres). Mein Album des Monats ist ansonsten die unfassbar wüste, herrlich wilde und arschcool runtergezockte BASTARD-FEAST-Scheibe „Osculum Infame“. Dazu dann aber mehr in Bälde… ;-)

 

 

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Legacy #91: Fallujah, Blackberry Smoke, Inanimate Existence, Pillory, Omnihility, The Black Dahlia Murder

Legacy #91Sommerloch geht anders: Der Juni war wieder LEGACY-Monat. Sollte der Sommer sonst nichts zu bieten haben, trägt einen die 290-seitige Ausgabe #91 bei wohldosierter Lektüre locker bis in den heißen Herbst. Beigetragen habe ich zum neuen Heft Reviews und Beiträge zu den folgenden Bands und Releases:

[1] Unter dem Titel „Bluest, soult, gospelt und rockt“ habe ich dem hierzulande noch als Geheimtipp gehandelten, in den USA aber längst auf Chartpositionen rangierenden Southern-Rock/Blues/Gospel/Country-Quintett BLACKBERRY SMOKE aus Georgia auf den Zahn gefühlt. Fans von Bob Seger, Lynyrd Skynyrd, den Black Crowes, den Rolling Stones, The Allman Brothers oder The Free sollten unbedingt ein Ohr riskieren; und auch, wer vom jüngsten Springsteen-Output enttäuscht ist, hat gute Chancen, aus dero Album „The Whippoorwill“ Trost und neuen Lebensmut zu schöpfen. Trotz „klassischer“ Vorbilder wirken BLACKBERRY SMOKE dabei niemals antiquiert; sie in die Retro-Ecke einzuordnen, wird ihrem Schaffen nicht gerecht. Hier wird nicht Gestriges wiederbelebt, sondern unverkrampft an ungebrochene Traditionen angeknüpft und diese in zeitgemäßem Gewand weitergeführt. Die Scheibe habe ich mit 13 von 15 Punkten rezensiert, im Interview äußern sich die fünf Bandmitglieder zu ihren stilistischen Wurzeln, zum Songwriting und zum Aufnahmeprozess.

[2] BLACKBERRY SMOKEs „The Whippoorwill“ ist fraglos ein klasse Album – mein persönliches Highlight des Monats hört aber auf den Namen „The Flesh Prevails“ und kommt von den US-Prog-Deathern FALLUJAH. Hier treffen Atheist auf Dream Theater, Deafheaven auf Pink Floyd, Cynic auf Portishead – aber nicht in Form anstrengenden „Musik-für-Musiker“-Gefrickels, sondern als ungemein stimmig wie stimmungsvoll arrangiertes, die Fühler weit in Richtung Progressive Metal ausstreckendes Stil- und Melodienfüllhorn. Die Fundamente bilden technischer und melodischer Death Metal; wer aber in so vielen musikalischen Welten zuhause ist wie FALLUJAH, der kann aus allen Welten das Beste schöpfen und daraus einen einzigartigen Breitwandfilm fürs innere Auge erschaffen. Ich habe lange überlegt, ob ich das Album mit 15 Punkten bewerten soll; dass es letztlich nur 14 wurden, ist eher dem Zaudern vor der Höchstpunktzahl als rationalen Erwägungen geschuldet. Im Interview spreche ich mit der Band unter der Überschrift „Goldene Zeiten“ darüber, wie man künstlerische Grenzen aufspürt und sprengt, auf den ersten Blick Unvereinbares zusammenbringt und sich kreativ immer wieder neu herausfordert. Angst vor künstlerischer Stagnation hat Alex Hofmann für die Zukunft nicht. Es gibt ja noch so viel zu entdecken…

[3] Progressiven Death Metal mit einigen Überraschungen bieten auch die Kalifornier INANIMATE EXISTENCE auf ihrem Zweitwerk „A Never-Ending Cycle Of Atonement“. Technischer Death Metal trifft hier auf smoothe Fusion-Parts und Instrumentierungen mit Flöte, Bongo und Harfe (!). Während FALLUJAH Genregrenzen sprengen, bleiben INANIMATE EXISTENCE klar im Tech Death verortet, erweitern diesen aber von innen heraus durch das Spiel mit ungewöhnlichen Klangfarben und durch die Integration von Jazz-Elementen. Ein ebenfalls beachtliches Album, lediglich die Vocals sind auf Dauer etwas eintönig. Das aber ist Jammern auf hohem Niveau. Es wird spannend sein, die weitere Entwicklung dieser Band im Auge zu behalten. Für das Album, gab es von mir 11 Punkte, im Interview habe ich mich mit der Band unter dem Titel „Das Ohr ist der Weg“ u.a. darüber unterhalten, was Songschreiben und Goldschürfen geminsam haben, welchen Einfluss Musiker wie Al Di Meola auf das Album hatten und welche übergreifende Rahmenhandlung die einzelnen Songs verbindet.

[4] Gäbe es einen Studiengang „Angewandter Death Metal“, so klänge ein Einser-Referat im Diplomandenseminar möglicherweise genau so wie das Album „Deathscapes Of The Subconscious“ von OMNIHILITY – nämlich nach einer enorm ambitionierten Umsetzung einschlägiger Lektionen aus dem Kanon des Faches, ausgeführt durch Personen, die mit profunder Sachkenntnis und ungeheurem Fleiß zu Werke gehen. In den besten Momenten gelingt es dabei, auch eigene Akzente zu setzen; für das nächste (dann dritte) Release sollte man aber ins Auge fassen, mehr stilistische Eigenständigkeit zu wagen, um sich deutlicher von der Masse an genrerelevanten Veröffentlichungen abzuheben. Fürs Album gabs 10 Punkte. Im Interview „Die for Metal? Live for Metal!“ gewährt die Band einen Blick hinter die Kulissen des Albums und gibt Auskunft über ihre nächsten Pläne, über Brückenschläge zur klassischen Musik und über die Metalszene in ihrer Heimat Oregon.

[5] Wem der Weg zur Schönheit nicht über zweispurig ausgebaute Auffahrtsstraßen, sondern über komplexe, vertrackte, eigenaktiv zu erarbeitende Pfade führt, der sollte sich mit dem Namen PILLORY anfreunden. Die Stücke auf „Evolutionary Miscarriage“ kommen klug ausgetüftelt daher und laden ein zur (Wieder-)Entdeckung des analytischen Gehörs. Statt fetter Groovewalze regieren an Jazz angelehnte Strukturen, über denen die einzelnen Instrumente mit mal mehr, mal weniger ausgeprägten Freiheitsgraden operieren. Hat man sich einmal in den Klangkosmos von PILLORY vorgetastet, funktionieren die Songs hervorragend als Sudoku für das intellektuell anspruchsvolle Synapsenkollektiv. Dafür satte 11 Punkte.

[6] Zu guter Letzt liefere ich in #91 die Review der neuen DVD „Fool ‚Em All“ von THE BLACK DAHLIA MURDER nach. Im letzten Heft habe ich zwar mit Band-Mastermind Trevor Strnad bereits über den Doppel-Silberling gesprochen, gesehen hatte ich ihn mangels Promocopy allerdings noch nicht. Das wurde nun nachgeholt – und zwar mit großem Genuss: Das Opus wartet mit einer 78-minütigen Tourdokumentation sowie 58 Minuten Liveaufnahmen aus dem Jahr 2013 auf. Die Konzertaufnahmen sind sauber produziert, ansprechend gefilmt und taugen hervorragend zum Headbangen vor dem heimischen Fernseher. In der Tourdokumentation präsentiert sich die Band inklusive Roadcrew hinter, neben und abseits der Bühne, gerne auch im Tourbus und bevorzugt in ausgelassenem Zustand, als Spaß- und Grasguerilla, die dem alltäglichen Wahnsinn des Tourlebens vor allem eines entgegensetzt: Jux und Dollerei bis zum Umfallen. Insgesamt ein gelungenes wie anarchisches Porträt einer grundsympathischen Band, das ohne aufgesetzte Dramaturgie auskommt und gerade dadurch besticht.

Für Heft #92 (Erscheinungstermin: 16. September) rezensiere ich u.a. die neuen Alben von MASTODON, EARTH, BEYOND CREATION, EARTHSHIP und ONKEL TOM, das auf FDA Rekotz neu aufgelegte erste Demo der brasilianischen Death-Threasher (oder Thrash-Deather?) von CONSIDERED DEAD sowie die zum 25. Bandjubiläum wiederveröffentlichte legendäre Ein-Track-EP „I“ von MESHUGGAH. Daneben interviewe ich Tom Angetripper (zum neuen ONKEL-TOM-Album, zu den nächsten Plänen von SODOM und zur Metalszene im Allgemeinenm), DESERTED FEAR (Studiobericht zum angekündigten, derzeit noch namenlosen zweiten Album, ergänzt um ein ausführliches, online erscheinendes Interview), DECAPITATED (zum neuen Album „Blood Mantra“) und CONSIDERED DEAD. Zum Ausnahmestatus von MASTODON müssen (auch wenn das neue Album die Klassiker der Band nicht unbedingt toppt) keine Worte mehr verloren werden. Wer auf Prog/Tech-Death der Marke DESCEND und INANIMATE EXISTENCE, gerne auch frühe CYNIC und DEATH, steht, der darf, kann und sollte sich schon jetzt das Album „Earthborn Evolution“ der Kanadier BEYOND CREATION auf dem Einkaufszettel vormerken. Unbedingt!

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Legacy #90: Die Ränder des Extremen, The Black Dahlia Murder, Alterbeast & more

Legacy #90In Ausgabe #90 des Legacy-Magazins (Erscheinungstermin: 30. April) gibt es wieder verschiedene Beiträge aus meiner (digitalen) Feder:

[1] Ich habe mich gefreut, diesmal die traditionsreiche Rubrik „Dead .. But Not Buried“ mit Leben füllen und fünf (nicht tagesaktuelle) Alben meiner Wahl im Zusammenhang besprechen zu dürfen. Dabei habe ich mich für einen thematischen Rahmen entschieden, in den Alben gehören, die zwar alle irgendwie mit Death Metal zu tun haben (insofern sie entweder – als „Proto-Death“-Scheiben – für das Genre prägend waren oder von prominenten seiner Vertreter hervorgebracht wurden), die aber im engeren Sinne allesamt keine echten Death-Metal-Alben sind. Mindestens zwei davon sind nicht einmal ansatzweise dem Todesschrot zuzurechnen, eines davon ist sogar maximalstmöglich von Breakdowns, Growls und tödlich heruntergestimmtem Gitarrenwerk entfernt. Und dennoch: Gerade in der Heterogenität der Zusammenstellung liegt ihr Reiz (zumindest für mich, der ich natürlich inständig hoffe, dass irgendjemand mein Reizerleben teilt): Die Alben sind allesamt an den historischen oder stilistischen Rändern des Genres angesiedelt oder greifen deutlich über diese hinaus: Sie sind Fast-, Noch-nicht-, Mehr-als- oder Nicht-mehr-Death-Metal-Scheiben. Konkret geht es um die folgenden Werke: REPULSION „Horrified“ (1989), MERCILESS „The Awakening“ (1990), THEORY IN PRACTICE „Colonizing The Sun“ (2002), CONTROL DENIED „The Fragile Art Of Existence“ (1999) und ÆON SPOKE „Æon Spoke“ (2007).

[2] Überaus witzig war mein Interview mit Trevor Strnad von THE BLACK DAHLIA MURDER: Unter dem Titel „Leichen im Keller und Monster voraus“ habe ich mich mit ihm über die DVD „Fool ‚Em All“ unterhalten, die zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht einmal als Promo-Copy verfügbar war. Aber man kann ja trotzdem schon mal drüber sprechen und dem Herrn auf den Zahn fühlen, weshalb man diese DVD unbedingt haben muss. Ganz nebenbei habe ich dabei auch noch erfahren, dass der Erfolg von THE BLACK DAHLIA MURDER auf nichts weiter als Lug, Trug, skrupelloser Trickserei und erbarmungslosem Ohrabkauen beruht. Glaubt ihr nicht? Dann lest!

[3] Ebenfalls interessant: Mein Gespräch mit den kalifornischen Tech-Deathern ALTERBEAST aus Kalifornien: Deren Debütalbum „Immortal“ ist im wahrsten Sinne „Futter für die Bestie„. Wer (wie ich) mit dem (in Legacy #89 besprochenen) SOREPTION-Album oder auch mit Acts wie SPAWN OF POSSESSION, ATHEIST, MORBID ANGEL, DECAPITATED, NECROPHAGIST oder DYING FETUS etwas anfangen kann, möglicherweise bei dem einen oder anderen Namen gar Appetit auf wohltemperierte und technisch bestechende Gewalt bekommt, der sollte gemessenen Schrittes, aber nicht zu zögerlich, rückwirkend zum 18. März das Fleischereifachgeschäft seines Vertrauens auf- und heimsuchen und das Produkt eintüten.

[4] Eine Scheibe, die ganz offensichtlich einen langwierigen, kaum geradlinigen und schwierigen Entstehungsprozess hatte, ist das Album-Debüt „Antidote“ der schwedischen Thrasher BENEATH, das ganze zwanzig Jahre zum Werden benötigt hat. Leider klingt das Ganze nicht wirklich nach dem krönenden Ergebnis eines derart langen Reifungsprozesses: Zwar hat das Opus durchaus seine Momente; vieles ist aber halbgar und hätte dringend der strukturierenden Hand eines erfahrenen Produzenten bedurft. Statt einen solchen zu Rate zu ziehen, hat man lieber selbst produziert. Wirklich „schlecht“ ist das Album nicht – so gut wie alles auf der Scheibe hat man in den vergangenen zwanzig Jahren (und auch schon davor) aber leider von zig anderen Bands schon zigmal und um Klassen überzeugender gehört; zum großenteils eher mittelmäßigen Songwriting gesellt sich ein Gesang, der über weite Strecken eher bemüht, stellenweise auch amateurhaft rüberkommt. Insgesamt ist das Album – das räumt die Band selbst ein – eher als Abschluss einer gemeinsamen Bandgeschichte gedacht denn als Eintrittskarte in eine professionelle Zukunft. Aber wer weiß? Wer sich ausführlicher informieren möchte, findet die Details in meinem Interview mit der Band und auch in meiner Review, in der ich die Scheibe – wohlwollend, zugegebenermaßen – mit (noch) 8 von 15 Punkten bedacht habe.

[5] Deutlich überzeugender fällt dagegen „Exilium“ aus, das dritte Album der spanischen Extremmetaller NOCTEM: Freunde epischen Death Metals ohne Berührungsängste zu deutlichen schwarzmetallischen Anleihen sowie der einen oder anderen fetten Synthiefläche dürften hier durchaus in Verzückung verfallen. Ich selbst bin Synthies gegenüber in der Regel eher skeptisch, lasse mich aber bei diesem Album an der einen oder anderen Stelle durchaus mal mitreißen, was insbesondere auch am abwechslungs- und facettenreichen Songwriting liegt. Mein persönlicher Anspieltipp ist der Albumcloser ‚The Adamantine Doors‘. Wert war mir die ganze Sache satte 11 Punkte.

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So oder so: Der Gott des Gemetzels. Massacre: Back From Beyond (Century Media/Universal)

Massacre, Back From BeyondEs mag sicherlich berechtigt sein, zu diskutieren, ob MASSACRE 2014 den anno 1991 selbst (und für ein ganzes Genre) gesetzten Standards noch genügen (können). Ob man klug beraten war, den neuen Full-length-Output „Back From Beyond“ vom Titel her an den in anderer Besetzung eingespielten Genre-Klassiker „From Beyond“ anzulehnen. Man mag auch die Frage stellen, ob sich die Band nicht möglicherweise einen Gefallen damit getan hätte, unter neuem Bandnamen anzutreten anstatt unter Beibehaltung des alten sich unweigerlich Vergleichen mit dem eigenen Frühwerk auszusetzen (die man nicht gewinnen kann) und Diskussionen zu provozieren, ob man dem eigenen Klassikerstatus – zumal in einer Besetzung ohne< Kam Lee und Bill Andrews – überhaupt noch gerecht zu werden imstande sei.

Das alles mag man diskutieren. Man kann „Back From Beyond“ aber auch ganz unverkrampft als eine Death-Metal-Scheibe hören, die 2014 (und nicht Mitte der 90er) erscheint und somit in eine Zeit fällt, in der die Grundfesten des Genres längst definiert, hunderte Male durchdekliniert und auf diese Weise zementiert wurden. Was um die Wende der 80ern zu den 90ern innovativ war, ist heute weithin anerkannte „Schule“. Was damals als extrem galt, ist heute unanfechtbar Standard und in der Mitte der (Metal-)Gesellschaft angekommen. Innovation findet im Death Metal zwar nach wie vor – und äußerst spannend – an den (mit dem Attribut „technisch“ nur unzureichend charakterisierten) Rändern statt (Ich erinnere z.B. an das jüngst erschienene zweite SOREPTION-Album); wer sich aber im Kernbereich des Genres aufstellt, der kann – und will – stilistisch nichts Neues mehr reißen, sondern tritt an, um zu demonstrieren, dass trotz aller schon vorhandenen Genre-Trademarks und -Axiome noch so einiges geht und noch längst nicht alles gesagt ist. Variation statt Innovation ist die Losung, Renaissance anstelle von Neuerfindung die Devise. Dass in den letzten Jahren eine kaum überschaubare Anzahl junger Bands angetreten ist, das Werk der Altvorderen mit frischem Wind in die Zukunft zu führen, ist der beste Beleg dafür: Bands wie SKELETAL REMAINS, DESERTED FEAR, KAOTIK, WOUND, SMOTHERED, MORFIN, ATOMWINTER und zahlreiche andere haben jüngst ernorm starke Alben abgeliefert, die ohne das Werk der Altvorderen (Bands wie DEATH, MASSACRE, REPULSION, MORBID ANGEL, TERRORIZER, OBITUARY, DEICIDE oder CANNIBAL CORPSE auf der einen und NIHILIST, ENTOMBED, DISMEMBER, CARCASS, GRAVE, UNLEASHED auf der anderen Seite des großen Teiches) undenkbar wären, deren Pionierarbeit zeitgemäß reinterpretieren und mit eigenen Nuancen versehen.

Die Rahmenbedingungen für einen neuen Output aus dem Hause MASSACRE sind somit gänzlich andere als zwei Dekaden zuvor: Die Band tritt nicht mehr als Innovator auf den Plan, sondern als Bewahrer einer alten (selbst mitinitiierten), aber immer noch hochproduktiven Tradition – womit man sich zugleich der Konkurrenz zahlreicher junger, hungriger und talentierter Bands stellen muss, die die Alten Meister bis ins letzte Detail studiert und verinnerlicht haben und daraus ihre eigene, schlagkräftige Version der alten Schule abgeleitet haben.

Kann „Back From Beyond“ in dieser veränderten „Old-School“-Death-Metal-Landschaft bestehen? Es kann. Sympathischerweise erfinden sich MASSACRE nicht wirklich neu, sondern konzentrieren sich auf das, was sie auch dato schon auszeichnete: Death-Metal-Songs, die ohne Sperenzchen zur Sache kommen, das Hirn durchrühren und jede Faser des Körpers ordentlich beuteln. Kompliziert sollen es andere machen: Hier regiert das simple, direkt auf den Punkt gebrachte Statement und nicht die Metapher, hier wird gehobelt anstatt gefeilt – auf souveränstem technischen Niveau und mit Songs, die auch im Midtempo heavy as fuck sind.

Klar: Einiges ist anders als in der klassischen Besetzung. Da wäre zum einen der Gesang: Einen Kam Lee kann man nicht ersetzen. Sehen wir MASSACRE 2014 aber einfach als eine neue Version von MASSACRE 1991, kommen wir nicht umhin, respektvoll zu konstatieren, dass Ed Webb einen verdammt überzeugenden Job macht. Auch klar: Mike Mazzonetto spielt die Drums anders als weiland Bill Andrews (Darauf hat Frank Albrecht in seiner Review im RockHard #323 hingewiesen). Warum aber auch nicht? Orientierte er sich am Minimalismus seines Vorgängers, würde man ihm möglicherweise mangelnde Eigenständigkeit vorhalten. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind: Bringen die starken Fills und das unablässig sich abarbeitende Drumkit nicht jede Menge Druck und auch Abwechslung in die Songs?

Meine Mutter sagt immer: „Man kann das so oder so sehen.“ Damit entzieht sie sich ganz gerne mal einer eindeutigen Positionierung in Bezug auf kontroverse Themen. Eine rhetorisch geschickte Strategie, die man auf dieses Album aber ziemlich gut anwenden kann: Man kann MASSACRE 2014 an dero eigenem Frühwerk messen und (wie Herr Albrecht) ein paar, durchaus plausibel begründbare, Kritikpunkte ins Feld führen – und das Album dann letztlich doch irgendwie gut finden (Herr Albrecht konzediert selbst, dass seine „nur“ 7,5 von 10 Punkten möglicherweise etwas „zu streng“ seien). Oder man kann MASSACRE 2014 ganz unvoreingenommen angehen, „Back From Beyond“ unabhängig davon hören, dass es 1991 „From Beyond“ gab und 1991 einfach eine andere Zeit war – und sich ganz entspannt und nach allen Regeln der Kunst die Rübe abmörteln lassen.

Meine Anspieltipps: ‚Honor the Fallen‘ (erhaben!), ‚As We Wait To Die‘ und ‚Succumb To Rapture‘ (evil, rasiermesserscharf und oldschool), ‚Sands of Time‘ und ‚Darkness Falls‘ (simple wie effektive Gewitter!) – und auch der Rest des Materials läuft runter wie rußiges Schweröl am pockennarbigen Schiffsrumpf.

Nächster Halt: MASSACRE (+ Support) live im Siegener Vortex, 10.05.2014. :D

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Lord Dying, Summon The Faithless (Relapse, 2013)

Lord Dying, Summon The FaithlessGäbe es eine Welt ohne Schweiß und weibliche Ermahnung, würde ich dieser Tage mein jüngst erworbenes LORD-DYING-Shirt spontan zur universellen Bekleidung erklären und bis auf Weiteres nicht wieder ablegen: „Summon The Faithless“ ist ein Album, das mich auch nach wiederholtem Hören restlos begeistert. Das Album wartet auf mit Tony-Iommi-Riffing, das durch den Sludgewolf gedreht und mit der Brachialität von Black Tusk, frühen Mastodon und jeder Menge Proto-Thrash angereichert wurde. In punkto Sound und Atmosphäre vereint man dabei die besten Elemente von frühen Black Sabbath und prototypischem Sunlight-Death-Metal. Räudige Mitten-in-die-Fresse-Vocals irgendwo zwischen Paul di Anno und Johnny Hedlund verpassen dem Ganzen den nötigen Dreck unter den Fingernägeln, dessen es bedarf, um bei Erstkontakt nachhaltig zu infizieren. Das Resultat sind acht Perlen feinster Sludge-Doom-Post-Death-wasauchimmer-Herrlichkeit: ‚Descend Into External‚, ‚Dreams Of Mercy‚, ‚Greed Is Your Horse‚ und ‚What Is Not … Is‚ grooven wie ins Doomige gewendete, bitterböse Bastarde aus Mastodon und Unleashed, ‚In A Frightened State Of Gnawed Dismemberment‚ fährt mehrere Sorten erhabener Sabbath-Gedächtnis-Riffs auf und kleidet diese in einen kompromisslosen Dismember-Sound, ‚Summoning The Faithless‚, ‚Perverse Osmosis‚ und ‚Water Under A Buring Bridge‚ sind schleppend-giftige Sludge-Doom-Monster mit wuchtigem Drumming und erbarmungslosem Zersetzungspotenzial. Diese Platte ist zugleich finsterer Hassklumpen, schonungslos und direkt wie prototypischer Hardcore-Punk, simpel und eingängig im Ansatz und voller heimtückischer Widerhaken. Sie wird, wenn du dich nicht vorsiehst, sich in deinem Gehör festsetzen, in dein Gehirn einfressen, dort eitrige Wurzeln schlagen, auswuchern und böse Früchte tragen, um dir schließlich von innen heraus den Schädel zu spalten. Wenn du dafür bereit bist: Bitteschön! Aber sag später nicht, man hätte dich nicht gewarnt!

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Legacy #89: Cynic, Soreption, Messenger, Five Dollar Crackbitch, Hopeless Youth & more

Legacy #89Seit gestern ist die Ausgabe #89 des Legacy-Magazins im Handel. Beigesteuert habe ich diesmal vier Artikel und vier Album-Reviews. Meine Beiträge im Einzelnen:

[1] Schall, Rauch, Goethe, Nutten & Tod: Artikel/Interview mit den Death-Metal-Debütanten FIVE DOLLAR CRACKBITCH aus dem beschaulichen Andernach (in dem es aber, zumindest mit Erscheinen von „Dehumanization“, heftigst zur Sache gehen dürfte). Ein witziges Interview und ein starker Album-Einstand. Die Band sollte man auf dem Schirm behalten.

[2] Dystopien vom Ich und vom Nichts: Artikel/Interview mit den schwedischen Tech-Deathern SOREPTION, die mit ihrem Zweitwerk „Engineering the Void“ eines meiner persönlichenm Alben des Monats vorgelegt haben. Im Interview sprechen wir über technische Herausforderungen im anspruchsvollen Todesblei-Segment, das aktuelle Album, dessen Lyrics und mehr.

[3] The Kids Aren’t Alright: Hardcore aus Montréal mit jeder Menge Energie und Wut im Gepäck präsentieren uns HOPELESS YOUTH auf ihrem Debüt „Disgust“. Ich sprach mit den Jungs über die Szene in Montréal, ihren Zorn auf die Verhältnisse an und für sich, über Straight Edge und den bisherigen Werdegang ihres Projekts.

[4] Battery: „Thrash ist pure, ungezügelte Gewalt: roh, unverfälscht, authentisch. Live zu thrashen ist wie ein Rausch, die Stimmung von Aggressivität und Wut, in die du dich dabei hineinspielst, ist einzigartig.“ O-Ton der Dänen BATTERY, die als junge Vertreter des Genres antreten, um inspiriert vom Geist der Klassiker und mit jeder Menge 80er-Charme im Sound die Fahne des Thrash Metal hochzuhalten. Ich sprach mit ihnen über Thrash im Allgemeinen und ihr Debütalbum „Armed with Rage“ im Speziellen.

[5] Review: CYNIC, „Kindly Bent To Free Us“ (Season of Mist/Soulfood): Grandioses neues Album der Früher-Tech-Death-und-jetzt-Progrock-Kultcombo. Muss man haben und kriegt von mir satte 12 Punkte. Wird aber, wie bereits dero vorige Veröffentlichungen, erneut polarisieren: Wer alte Progdeath-Schule will, ist hier (erneut) nicht gut bedient. Wer den Entwicklungsprozess dieser Band über die Jahre mitgegangen ist, bekommt hier aber (erneut) hochklassiges neues Futter.

[6] Review: SOREPTION, „Engineering The Void“ (Unique Leader): Ein Highlight für alle Tech-Death-Gourmets und eines meiner persönlichen Alben des Monats: Technisch anspruchsvolles und trotzdem eingängiges Material im Schnittbereich von Acts wie Gojira, Spawn of Possession, Decapitated, Gorod, Necrophagist und Rivers of Nihil. Habe ich mich gefreut, die Band auch interviewen zu dürfen. Ganz stark! 13 Punkte.

[7] Review: MESSENGER, „Illusory Blues“ (Svart Records): Ich musste mich bei der Lektorin erst rückversichern, ob es denn hinnehmbar sei, meine Review zu diesem Album mit einem Satz von 100 Wörtern Länge zu beginnen. Denn anders war dem Album nicht beizukommen. Man lese selbst – und kaufe! Hatte zuvor noch nie von dieser Band gelesen. Meine außergewöhnlichste Album-Entdeckung der letzten Monate. Zweifelsfreie 13 Punkte.

[8] Review: ATOMWINTER, „Death Doomination“ (Eigenproduktion): Nachdem ich diese MCD schon in meinem Blog rezensiert hatte, musste ich sie auch fürs LEGACY in Wort und Tat würdigen. Haut jeden um, der auf Old-School-Death-Metal schwedischer wie auch US-amerikanischer Prägung steht und nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Alles andere wäre irritierend. 12 Punkte, aber sowas von!

Zudem gibt es auf der LEGACY-Website eine nur online erscheinende ausführliche Review des DEFEATER-Gigs am 24.01.2014 in der Kölner Essigfabrik:
[9] DEFEATER, CASPIAN, LANDSCAPES, GOODTIME BOYS @ Köln, Essigfabrik (Legacy.de)

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Wenn der Sensemann kommt: Atomwinter, Death Doomination (EP, 2013)

Atomwinter, Death DoominationATOMWINTER aus Niedersachsen haben mit dem Titel ihres  Debütalbums „Atomic Death Metal“ kompakt auf den Punkt gebracht,  wie man sich ihren Sound vorzustellen hat: als expressionistische Klangkulisse für die Welt nach dem GAU. Nachdem bereits das Debüt einen deutlichen Akzent in der jüngst wieder explodierenden Death-Metal-Szene setzen konnte, legt man mit der zu Jahresende erschienenen EP „Death Doomination“ noch mal eine Schippe Kohlen nach und hält die Todesmaschine auf konstant hohem Niveau am Glühen.

Über das Coverartwork (das auch für Death-Metal-Afficionados Geschmackssache ist) sollte man sich vielleicht noch einmal in Ruhe Gedanken machen, will man potenzielle Hörer nicht von vornherein verschrecken; das, was musikalisch geboten wird, ist über jeden Zweifel erhaben und sollte sich für niveaubewusste Szene-Gourmands jedweder Geschmacksdiskussion entziehen. Hier brennt die Hütte nicht nur, sondern wird mit gröbstem Räumgerät fachgerecht in Grund und Boden gewalzt. Wo andere halbgar vor sich hingniedeln mögen, räumen ATOMWINTER auf und hinterlassen eine Schneise völliger Vernichtung.

Die Band fährt dabei einen ähnlich überzeugenden Old-School-Ansatz wie Kollegen der Güteklasse DESERTED FEAR, KAOTIK, SMOTHERED, SLAUGHTERDAY oder SKELETAL REMAINS. Eine zentrale Referenz bildet ein gut abgehangener Stockholm-Sound, der vorzugsweise im Midtempo meuchelt und gerade dadurch demonstriert, weshalb in der Kategorie, in welcher man antritt, nur eine tiefgestimmte Gitarre eine richtig gestimmte Gitarre ist.

Neben Stockholmer Ziselierkunst höre ich TERRORIZER als eine weitere Referenz heraus, was einerseits am finsteren Organ von Sänger Christopher Lehmann und andererseits am herrlich metzelnden Riffing insbesondere im Song „Of Dying Things“ liegen dürfte (vgl. z.B. die Stücke „Mayhem“ oder „Hordes of Zombies“ von den letzten beiden TERRORIZER-Alben). „Purify the Spawn“ verweist zudem in Richtung NECROS CHRISTOS, was ebenfalls nicht die schlechteste Referenz ist („Doom of the Occult“ halte ich für eines der besten Death-Metal-Releases der vergangenen fünf Jahre). Als Krönung gibt es – der Titel der EP ist Programm – eine satte Portion herrlich schleppenden, gallig-zähen und giftige Fäden ziehenden Doomdeath à la AUTOPSY (siehe z.B. die entsprechenden Parts im zweiten Teil des Titeltracks „Death Doomination“).

Insgesamt führen ATOMWINTER auf „Death Doomination“ sehr überzeugend Trademarks der europäischen und der US-amerikanischen Todesbleischule zusammen. Man kann die EP ohne Qualitätsabfall vor oder nach Scheiben aller vorgenannten Genrevertreter auflegen. Oder auch alleine hören, ohne sich zuvor anderweitig aufzuwärmen. Das Teil kommt direkt auf den Punkt, ist bis an die Zähne bewaffnet und setzt seine Waffen auch ein. Alle.

Man darf hoffen, dass der EP in Bälde das fällige zweite Album nachfolgt. „Atomic Death Metal“ und „Death Doomination“ haben das Feld bestellt – nun wäre die Zeit reif für den sprichwörtlichen Schnitter. ;-)

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