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Can’t Fight The Magic: Queen, Forever (Deluxe Edition, 2014)

Queen, ForeverObjektiv betrachtet ist das neue Queen-„Album“ (natürlich) nichts als Kommerz: 36 bekannte Songs verteilt auf zwei CDs, deren Remaster-Versionen sich, da man die Songs ohnehin schon hunterfach im Ohr hatte, nicht bahnbrechend von den Original-Recordings unterschieden. Hinzu kommen die als Daseinsberechtigung für die Scheibe zu diskutierenden drei „neuen“ Songs: ‚There Must Be More To Life Than This‘, die Zusammenarbeit mit Michael Jackson, ist für Komplettisten (und für Kinder der 70er und 80er) fraglos interessant, musikalisch aber nun nicht wirklich originell (‚It’s A Hard Life‘ kann als Blaupause herhalten). ‚Love Kills‘ ist mit seinen typischen Queen-Harmoniefolgen ganz nett, gegenüber manch früheren Großtaten aber eher Durchschnitt. ‚Let Me In Your Heart Again‘ schließlich ist ein Relikt aus den Sessions zum 1984er „Works“-Album. Weshalb es der Song damals nicht aufs Album geschafft hat, liegt bereits nach wenigen Takten klar auf der Hand, handelt es sich doch im Großen und Ganzen um nichts anderes als eine simplifizierte Variante des großartigen ‚Hammer To Fall‘; die Gitarren-Licks sind teilweise sogar fast mit denen von ‚Hammer To Fall‘ identisch.

Und dennoch: Ich kann mir nicht helfen: Sobald Freddie Mercury singt und der typische Brian-May-Gitarrensound aus den Boxen schillert, stellt sich bei mir unwillkürlich das als kognitives Schema verinnerlichte Queen-Feeling ein. Das Queen-Feeling, das Queen-Erinnerungen weckt. Erinnerungen beispielsweise daran, wie ich Ende November 1991 (kurz vor dem Abi) mit Pfeifferschem Drüsenfieber schlaflos im Bette darniederlag, nächtelang Radio hörte, und der SDR dann plötzlich am frühen Morgen zum ersten Mal die Meldung von Freddie Mercurys Tod brachte. Das war ein Schock.

Das Queen-Feeling und die Queen-Erinnerungen haben sich bei mir über die Jahre immer sehr zuverlässig dann eingestellt, wenn mal wieder irgendein Schnipselchen aus Mercury-Studio-Takes von der gnadenlosen Verwertungsmaschinerie der Musikindustrie aufgegriffen und als fadenscheiniger, aber wirkungsvoller Rückfallköder auf die Queen-Fans alter Schule losgelassen wurde, auf diejenigen, die den „Mercury-Schock“ am 24.11.1991 selbst noch hautnah miterlebt haben. Denen er in Mark und Bein gefahren ist. Ich wette, dass kaum einer – selbst Leute, die Queen seinerzeit eher nur nebenbei gehört haben – sich der Magie solcher artifiziell im Studio zusammengeschnittener Queen-Revivals entziehen konnte. Und kann.

Und seien wir mal ganz ehrlich: Auch wenn ‚Let Me In Your Heart Again‘ letztlich nur eine B-Version von ‚Hammer To Fall‘ darstellt: Es ist immerhin eine B-Version von ‚Hammer To Fall‘, und es ist verdammt noch mal Queen. Queen, Queen, Queen. Man kann daran herummäkeln, aber man kann einfach nichts dagegen tun, dass es trotzdem über den Rücken kribbelt. Queen haben schon längst alles gesagt – und trotzdem ist die Magie noch da, sei sie auch aus noch so fragwürdigen Motiven und als kalkulierte Legitimation für ein x-tes Greatest-Hits-Album in der Manier „naturidentischer“ Aromastoffe synthetisiert worden.

Terry Pratchett schrieb einmal sehr treffend, es sei ein Gesetz, dass Audiokassetten, die länger als 14 Tage unbeobachtet in einem Auto herumliegen, sich automatisch in „Queen: Greatest Hits“ verwandeln. Wenngleich diese Feststellung einer empirischen Überprüfung vermutlich nicht standhält, so dürfte sie doch bei vielen, die in den 80ern in einer Queen-Umwelt sozialisiert wurden, intuitiv zu heftigem Kopfnicken führen. Das Album „Forever“ beweist, dass an dieser Intuition nach wie vor etwas dran ist: Egal, was an Songfragmenten mit Mercury-Gesang ausgegraben wird, es klingt immer irgendwie wie etwas, das gerade im Begriff ist, sich unbemerkt in „Queen: Greatest Hits“ zu verwandeln. Das zwar nie die Klasse der tatsächlichen „Queen: Greteast Hits“ erreicht, diesen aber verdammt nahe kommt. Weil die Magie da ist.

Kaufempfehlung für „Queen: Forever“? Natürlich nicht. Ob man die Scheibe trotzdem haben muss? Aber ganz bestimmt!

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Jona im Feuerofen: Bölzer, Aura (Iron Bonehead, 2013) / Soma (Invictus, 2014)

BölzerEs ist beeindruckend, nachgerade sensationell, wie es dem Schweizer Duo BÖLZER mit lediglich zwei EPs gelingt, all das, was Death und Black Metal im Kern schon immer aufregend gemacht hat, zu einer ungemein fesselnden und dabei sehr eigenständigen Interpretation extremer, entfesselter Klangkunst zu verdichten. Das Gespür des Duos für Atmosphäre ist nicht anders als begnadet zu nennen – und das ganz ohne aufgeblasene Drum- oder überproduzierte Gitarrensounds. Urgewalt wird hier basisch, den Gesetzen organischer Entwicklung angenähert, erzeugt: Die Gitarren atmen Krume, Glut und Lavakruste, das Klangbild sirrt, wummert, dröhnt und vibriert, dass der Erdmantel in seinen Grundfesten erzittert und sich artifizielle Nähmaschinen-Sounds dagegen wie laue Lüftchen ausnehmen. Ein Song wie ‚Entranced By The Wolfshook‘ ist, das behaupte ich schon jetzt, ein erhabenes Stück Musik für die Ewigkeit: Was Led Zeppelin für den Hardrock mit ‚Kashmir‘ gelang, glückt BÖLZER mit diesem Song für den Schnittbereich aus Death, Black und Sludge Metal: ein musikalischer Monolith wie aus einem Guss, der einen aufregenden Aufbruch ins musikalisch Unerforschte verheißt. Der zugehörigen Faszination kann man sich nur schwer (ach was: gar nicht!) entziehen.

Stilistisch liegen verschiedene Parallelen auf der Hand, die der eigenwilligen Signatur des Duos aber bestenfalls in Einzelaspekten gerecht werden: In ihrer unerbittlichen Konsequenz erinnern die Kompositionen an Bolt Thrower, der finstere Groove lässt Bands wie Necros Christos oder Grave Miasma assoziieren, der schiere Wahnsinn verweist vage in Richtung Watain und Consorten. Die Songs entwickeln sich intuitiv-orgiastisch und stehen dabei z.T. deutlicher in der Tradition des Black als des Death Metal, die Gitarrenarbeit oszilliert zwischen der Wucht sehr alter, sehr tiefer Schwedeneruptionen und flirrenden Post-Black-Metal-Soundwänden, die dem inneren Auge Fiebertraumbilder vom Innenleben in Brand gesetzter Wespennester bescheren. Das Ganze stelle man sich als durch den tiefsten, zähesten und stinkendsten Morast gezogen vor, den der Sludge zu bieten hat, und mit dem süßlich-eitrigen Virus doomiger Autopsy-Momente versetzt. Hall verleiht Weite und übersphärische Größe, aber nur genau so weit, dass das Klangbild insgesamt nicht verschwimmt und für den Betrachter präzise als innere Struktur reproduzierbar bleibt. Das Resultat entwickelt eine Wucht, die weniger von außen als aus dem eigenen Inneren heraus an einem zehrt, zerrt, nagt und wildert: Nicht der Aufprall des stählernen 40-Tonners ist es, der ihrer Gewalt zum Bilde gereicht, sondern die septisch-schwärende Wucherung im Abdomen des Irrsinnigen, die zum Bersten gespannte Lunge des Apnoetauchers, der Flammen inhalierende Atemzug Jonas im Feuerofen, der grollende letzte Gedanke Gottes vor dem Verstummen allen Seins.

Man muss kein impressionistisch orientierter Zeitgenosse sein, um BÖLZER zu schätzen. Man kann die beiden Scheib(ch)en auch einfach als einen außerordentlich gelungenen Karriereauftakt einer talentierten Band hören, die trotz künstlerischer Jugend bereits Kompositionen von beachtlicher Reife hervorbringt, die die Fundamente, auf denen sie errichtet sind, nicht leugnen, die sich mit überkommenen Mustern des Genres aber nicht in Gänze erfassen lassen und die über aller Raserei mit nur wenig Eingewöhnung eine enorme Eingängigkeit entwickeln.

Auf das Debütalbum, das für 2015 in Aussicht gestellt ist, darf man gespannt sein. Aura (2013) und Soma (2014) werfen bis dahin schon einmal gewaltige Schatten voraus. Gewaltige!

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Erstkontakt: Mastodons „Once More ‚Round The Sun“ (VÖ 20.6.). Ein Hörbericht

Mastodon, Once More 'Round The SunSeit Monaten warte ich auf dieses Album, mit der Vorab-Review-Copy hat es offenbar nicht hingehauen (oder die Band hat im Vorfeld nur sehr selektiv welche verteilt), entsprechend musste ich bis heute, 20. Juni, 0:00 Uhr MEZ, warten. So weit, so gut: 0:00 Uhr abgewartet, die amazon-Musikbibliothek upgedatet … und wiederholt upgedatet … und schließlich um 00:50 Uhr die Vorbesteller-AutoRip-MP3-Version heruntergeladen:

Erster Durchlauf, dabei nur spontane Notizen (begleitend zur Inohrenscheinnahme), basierend auf unmittelbaren ersten Eindrücken. Kein abschließendes Urteil, für heute nur Vorläufiges und Unredigiertes – Track by Track und ohne nachträgliche Überarbeitung:

(1) Tread Lightly

Atmosphärisch interessantes Intro. Orientalische Anklänge, dann pulsierender Einstieg. Vocals von Troy Sanders, ein wenig wie bei ‚Black Tongue‘. Ist die Zeile „Facing the unknown“ programmatisch für das gesamte Album? Man wird sehen. Stimmungsmäßig liegt der Song im Schnittbereich von ‚Oblivion‘ und ‚Black Tongue‘, der Chorus erinnert auch ein wenig an ‚All The Heavy Lifting‘. Gute, dynamische Nummer mit Mastodon-typischen Trademarks und abschließend einem kurzen Classic-Rock-Gitarrensolo – und ein starker Einstieg.

 (2) The Motherload

Der hohe Gesang von Brann Dailor („This time .. this time…“) erinnert mich spontan irgendwie … an alte Queensryche (‚Revolution Calling‘)?? Das kommt gut, ist für Mastodon aber recht ungewohnt. Der Song geht gut ins Ohr, trotzdem gewinnt man den Eindruck, man lausche einer gänzlich anderen Band als noch zuvor auf The Hunter (von den anderen vier Alben davor ganz zu schweigen). Das muss nicht schlecht sein – es ist ungewohnt und unerwartet. Aber Mastodon haben ja bereits auf Crack The Skye überrascht. Warum nicht auch jetzt wieder? Die Gitarrensoli klingen ebenfalls anders als bisher, noch deutlicher in Richtung Classic Rock gebürstet. Insgesamt entfaltet der Song einen guten Flow, die Gitarren werden noch stärker als auf manchen Songs von The Hunter als  homogen-fließender Wall of Sound in Szene gesetzt, und wenn ich mich nicht täusche, ist mindestens im Schlussteil zur Unterstützung noch eine Hammondorgel mit im Untergrund aktiv, die dem Ganzen zusätzlichen warmen Feinschliff verleiht. Noch einmal angemerkt: Ich schreibe weitgehend assoziativ und begleitend um Er-Hören der Scheibe. Um eine kohärente Beurteilung des großen Ganzen geht es mir an dieser Stelle (noch) nicht. Das kommt erst später. Wie ich den Song insgesamt einschätze, lasse ich fürs Erste offen. Einerseits ist er ungewohnt, andererseits sagt mir irgendeine Intuition, dass es sich dabei möglicherweise um eines der Kernstücke des Albums handeln könnte, das mit der Zeit noch wächst. Also erst einmal weiter einhören in den Mastodon-Sound des Jahres 2014.

 (3) High Road

Interessant, wie sich der schon vorab ausgekoppelte Song im Kontext des Albums anders macht als beim Einzeln-Hören. Gegenüber ‚The Motherload‘ hauen die Troy-Sanders-Vocals und das Grundriff erst mal ordentlich in die ‚Spectrelight‘-Kerbe, lassen womöglich sogar dies und jenes aus der Leviathan-Phase anklingen (ohne freilich dieselbe Brachialität zu erreichen, dazu agiert man anno 2014 deutlich stärker mainstream-orientiert), im Chorus dominiert dann wieder der Klargesang Brann Dailors. Genial die Twin-Gitarrenpassagen im letzten Drittel, die ein warmes und dichtes 70er-Flair verbreiten, ohne aber altbacken zu wirken. Der Song endet mit dem Grundriff. Auch hier: eine gewöhnungsbedürftige Mischung, die die härteren (aber auch dort gegenüber den Vorgängerwerken bereits geglätteten) Parts von The Hunter mit exponiertem melodischen Klargesang und einer noch deutlicher herausgearbeiteten Classic-Rock-Schlagseite zusammenbringt.

 (4) Once More ‚Round The Sun

Endlich kommt mal Brent Hinds zum Zuge! Sein quäkendes Organ hat man irgendwie schon vermisst. Klingt wie eine Mischung aus ‚Divinations‘, ‚All The Heavy Lifting‘ und ‚Octopus Has No Friends‘. Plus eine Prise Rock’n’Roll. Der Song könnte den evolutionären Übergang von Album Nr. 4 Crack The Skye zu Album Nr. 5 The Hunter symbolisieren. Aber wir sind ja inzwischen bereits bei Album Nr. 6.

 (5) Chimes At Midnight

Spacig-getragenes Intro (Verloren im All? Fortsetzung von ‚Stargasm‘?), dann nervöse Gitarrenarbeit à la ‚Bedazzled Fingernails‘, darüber Troy Sanders (vielleicht all zu deutlich) im Stile von ‚Spectrelight‘. Im Chorus dann erneut Brent Hinds – und auch hier irgendwie wieder Anklänge an ‚All The Heavy Lifting‘ (Die Harmonik und Vocals von ‚All The Heavy Lifting‘ müssen der Band ganz offenbar als zentrale Stilelemente aus den Aufnahmesessions zu The Hunter im Ohr hängengeblieben sein…). Als Outro gibt es noch mal das Intro.

 (6) Asleep In The Deep

Interessanter, Pink-Floyd-inspirierter Beginn; mehrstimmiger Gesang über klassischer U2-Gitarre und treibendem Schlagwerk. Atmosphärisch bestechend und originell. Schließlich ein Chorus mit irgendwie irrem Wechselgesang zweier zweistimmiger Vokalfraktionen. Eine zugleich eigenartige wie faszinierende Nummer, die ich mir noch genauer werde anhören müssen. Irgendwo im Hintergrund der Pink-Floyd-artigen Parts gibt es ab und an auch ein Bläser-Synthie. „Atom Heart Mother“ fand ich schon immer klasse. ;) Und irgendwie hat der Song (vor allem gegen Ende) auch was Grungiges. Irgendwie. Überzeugt mich jedenfalls bereits beim ersten Hören.

 (7) Feast Your Eyes

Der Beginn erinnert mich an ‚Octopus Has No Friends‘, der Song insgesamt hätte auch auf Crack The Skye stehen können – z.B. als vierter Track zwischen ‚Quintessence‘ und ‚The Czar‘. Progressive Gitarrenarbeit trifft auf melancholische Heaviness. Wie es scheint, ist die neue Scheibe stilistisch irgendwo zwischen den beiden Vorgängeralben angesiedelt, zwar meist mit einem deutlicheren Ausschlag zugunsten The Hunter, aber dieser Track greift weiter zurück.

 (8) Aunt Lisa

Brann Dailors Stimme ist auf dem neuen Album auffällig präsent; als Mastodon-Ersthörer kann man den Eindruck gewinnen, es handele sich bei ihm um den eigentlichen Sänger der Band, während Brent Hinds und Troy Sanders hin und wieder auch mal einen Part beisteuern. Das liegt natürlich daran, dass Dailor die melodisch prägnanteren Parts singt und daher klarer heraussticht. Ich mochte seine Gesangsbeiträge auf den Vorgängeralben, insbesondere im Song ‚Crack The Skye‘, in dem gerade der Kontrast von Sludge- und Klarvocals einen wesentlichen Teil des Gänsehautfaktors ausmachte. Allerdings hat Dailors Stimme im Vergleich den Stimmen von Hinds und Sanders und gegenüber den Vorgängeralben den geringsten Wiedererkennungswert – will sagen: Hier wurde auf Once More ‚Round The Sun offenbar mit deutlich verändertem Effektinstrumentarium gearbeitet. Während Dailors Stimme bislang sehr effektiv als Akzent im Hintergrund wirkte, rückt ihn die Produktion dieses Albums (nicht nur in diesem Song) wie einen Leadsänger in den Vordergrund. Ob das live funktioniert, wenn der Herr zugleich mit seinen – zumeist recht fordernden – Drumparts beschäftigt ist? Zu ‚Aunt Lisa‘: Der Beginn erinnert mich an ‚Divinations‘, die New-Wave-Rhythmik an den Chorus von ‚Crack The Skye‘. Neben Dailor kommen auch die beiden anderen Sänger zum Zuge. Schräg, bei Mastodon absolut nicht erwartbar, aber irgendwie saucool, sind im Schlussteil die weiblichen Gangshouts „Hey ho – let’s fucking go / hey ho – let’s get up and rock and roll“ über traditionellem Metalriffing – ein Songabschluss ähnlich überraschend wie weiland das unglaubliche Slayer-Riffing in den letzten 20 Sekunden von ‚Burning Man‘ auf dem Debütalbum. Wenn die Shouts nicht mal als augenzwinkernde Remineszenz an Joan Jett (‚I Love Rock’n’Roll‘) gedacht sind … für mich als Kind der 80er sind sie das. Mastodon entwickeln hier den Soundkosmos des Crack-The-Skye-Titeltracks weiter. Könnte einer der Songs sein, die aus dem Album unterm Strich als Highlights herausstechen – auch deshalb, weil man, im Gegensatz zu anderen Songs der Scheiben, nicht zu eng an Songmustern des Vorgängers klebt, sondern auch Neues ausprobiert. Dazu gehören auch die deutlich dominanteren Gesangsparts von Brann Dailor – die, mit Blick auf das Album insgesamt, unter Mastodon-Traditionalisten sicherlich auf geteiltes Echo stoßen dürften.

 (9) Ember City

Treibendes, eher klassisches Metal-Riff mit Mastodon-typischen Koloraturen. Der Wechsel von Troy-Sanders-Strophe zu Klargesang-Chorus gestaltet sich ähnlich wie bei ‚High Road‘ – zugleich ist ‚Ember City‘ ein weiterer Song, der sich (aufgrund des dominanten Klargesangs) weit von dem entfernt, was man von Mastodon erwartet und gewohnt ist. Erneut lässt mich der hohe Gesang frühe Queensryche assoziieren (‚Spreading The Disease‘). Im Mittelteil wird ordentlich – dann wieder Mastodon-typisch – gerifft und gegroovt.

 (10) Halloween

Flotter, treibender Song mit Brent Hinds und Brann Dailor im Wechsel. Der Chorus ist erneut maximal Mastodon-untypisch, aber recht originell. Es gibt einige nette harmonische Wechsel im Riffing. Das ausgedehnte klassische Gitarrensolo weist ein paar (sicherlich augenzwinkernde) Poser-Koloraturen auf (vermutlich Brent Hinds). Das Spiel mit Stereoeffekten während des ausufernden Solos im Schlussteil erinnert an vergleichbare Passagen Led Zeppelins ‚Whole Lotta Love‘ und ist mit Sicherheit eine bewusste Remineszenz. Insgesamt einer der stärksten Songs des Albums, bei dem Brent Hinds endlich mal richtig gut zur Geltung kommt. (Mir liegt noch nicht die CD-Version mit den Songwriting-Credits vor, aber ich gehe stark davon aus, dass dieser Song deutlich Hinds‘ Handschrift trägt.)

 (11) Diamond In The Witch House

Düsterer Midtempo-Groove mit Troy-Sanders-Gesang, der mich in punkto Grundstimmung und Heaviness entfernt an die Strophen von ‚Crack The Skye‘ und ‚Ghost Of Karelia‘ erinnert. Ein Song ohne Klargesang von Brann Dailor und damit ein starker Kontrast zu den vorangegangenen Songs. Der Song nimmt über die Distanz von 7:30 Minuten nicht an Fahrt auf, sondern bleibt im Midtempo und zelebriert den bleischweren Zeppelin so eindrucksvoll wie zuletzt mit ‚Ghost of Karelia‘. Enorm starker Abschluss.

Erste, vorläufige Quintessenz:

Das stilistische Fundament von Once More ‚Round The Sun bilden die Trademarks, die man über die letzten beiden Alben entwickelt hat. Den Gesang ausgenommen, kann man dem Songwriting mindestens Stagnation auf (sehr) hohem Niveau, wenn nicht gar eine kohärente Weiterentwicklung der mit Crack The Skye und The Hunter beschrittenen Pfade bescheinigen. Einigen Einflüssen des Vorgängeralbums spürt man dabei stellenweise noch bewusster nach (Classic Rock, Pink Floyd), die stärkste Veränderung im Gesamtsound sind aber die an vielen Stellen Leadsänger-like in Szene gesetzten Vocals von Brann Dailor – deren Akzente ich auf den beiden Vorgängeralben sehr geschätzt habe und die hier nun vom Kontrastakzent zum dominanten Stilmerkmal weiterentwickelt werden. Auch das Songwriting ordnet sich dem unter und sieht an jeweils prominenter Stelle Passagen vor, die auf die Stimme von Brann Dailor zugeschnitten sind. Das führt unweigerlich zu einer insgesamt deutlich veränderten Gesamtsignatur, an der sich die Geister scheiden werden. Mastodon standen schon immer für Überraschungen und Weiterentwicklung – bei Album Nr. 6 wird der eine oder andere möglicherweise sogar „Mainstream“ schreien. Man kann von einer Band (und gerade von einer Band wie Mastodon) aber nicht erwarten, dass sie rückwärtsgerichtet agiert. So sehr sich mancher ein zweites Remission, Leviathan oder Blood Mountain wünschen mag: Könnte uns ein solches Album tatsächlich überzeugen? Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht. Daher sollte man (gerade) einer Band wie Mastodon zugestehen, sich kontinuierlich weiterzubewegen – auch wenn das Ergebnis unerwartet ist. Erwartungen zu erfüllen ist schließlich ebenfalls eine Art der Stagnation.

Die Zeit und wiederholtes Hören werden zeigen, wie sich die Songs auf Once More ‚Round The Sun für den Mastodon-affinen Hörer kohärent im Kontext des Gesamtwerks verorten lassen. Ein Reinfall ist die neue Scheibe beileibe nicht – gewöhnungsbedürftig schon. Und vielleicht gerade deshalb ein genialer Wurf. Die Zeit wird’s weisen.

Für mich heißt es nun: Zweite Runde
… oder auch: Once more ‚round Once More ‚Round The Sun! ;-)

Update: Etwa 20 Stunden später…

Nach meiner eher zurückhaltend-positiven ersten Einschätzung (s.o.) bin ich nun überzeugt, dass auch Once More ‚Round The Sun zu 100% Mastodon ist. Die Band hat sich weiterentwickelt – na und?! Oder anders ausgedrückt: Sie hat denjenigen Stil konsolidiert, mit dessen unterschiedlichen Facetten sie auf den Vorgängeralben verschiedentlich (auch dort schon genial) herumexperimentiert hat. Crack The Skye war ein Meisterwerk (keine Frage!), The Hunter in Anbetracht der neuen Scheibe wohl eher eine Zwischenstation, die wichtig dafür war, songdienlicher zu agieren. Man kann Once More ‚Round The Sun als Abschluss eines Dreischritts ansehen, an dessen Ende elf kompakte, atmosphärisch stimmige, songwriterisch disziplinierte Stücke griffigen Prog-Metals stehen, die sich stilistisch am besten dadurch charakterisieren lassen, dass man sie mit „Mastodon“ beschreibt. Denn das trifft es am präzisesten. Klar: Once More ‚Round The Sun ist stilistisch (meilen-)weit von Leviathan entfernt, und noch weiter von Remission. Aber auch Pink Floyd haben auf Dark Side of the Moon nich einmal mehr ansatzweise so geklungen wie auf Ummagumma oder Saucerful of Secrets. Es ist ein Trugschluss zu glauben, durch stilistische Weiterentwicklung würden stilistisch anders akzentuierte Frühwerke einer Band obsolet oder gar negiert. Im Gegenteil: Gerade durch die stilistische Weiterentwicklung funkeln die frühen Rohdiamanten um so faszinierender. Wo sich etwas bewegt und kreativ stets alles im Fluss ist, darf man im Laufe eines Bandlebens am meisten erwarten. Once More ‚Round The Sun überrascht – und steht dennoch für eine kontinuierliche Entwicklung (inklusive neuer Elemente, an die man sich gewöhnen muss, die aber kohärent ins Bild passen). Ich habe überhaupt kein Problem damit, auch weiterhin Remission und Leviathan zu hailen – und zugleich Once More ‚Round The Sun abzufeiern. Denn DAS (alles) ist MASTODON.

P.S.: Kleine Screenshot-Dokumentation meiner spontanen Anmerkungen zum soeben erfolgten neuerlichen Durchlauf der Scheibe.: ^^

Der Mastodon-Monolog

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Legacy #90: Die Ränder des Extremen, The Black Dahlia Murder, Alterbeast & more

Legacy #90In Ausgabe #90 des Legacy-Magazins (Erscheinungstermin: 30. April) gibt es wieder verschiedene Beiträge aus meiner (digitalen) Feder:

[1] Ich habe mich gefreut, diesmal die traditionsreiche Rubrik „Dead .. But Not Buried“ mit Leben füllen und fünf (nicht tagesaktuelle) Alben meiner Wahl im Zusammenhang besprechen zu dürfen. Dabei habe ich mich für einen thematischen Rahmen entschieden, in den Alben gehören, die zwar alle irgendwie mit Death Metal zu tun haben (insofern sie entweder – als „Proto-Death“-Scheiben – für das Genre prägend waren oder von prominenten seiner Vertreter hervorgebracht wurden), die aber im engeren Sinne allesamt keine echten Death-Metal-Alben sind. Mindestens zwei davon sind nicht einmal ansatzweise dem Todesschrot zuzurechnen, eines davon ist sogar maximalstmöglich von Breakdowns, Growls und tödlich heruntergestimmtem Gitarrenwerk entfernt. Und dennoch: Gerade in der Heterogenität der Zusammenstellung liegt ihr Reiz (zumindest für mich, der ich natürlich inständig hoffe, dass irgendjemand mein Reizerleben teilt): Die Alben sind allesamt an den historischen oder stilistischen Rändern des Genres angesiedelt oder greifen deutlich über diese hinaus: Sie sind Fast-, Noch-nicht-, Mehr-als- oder Nicht-mehr-Death-Metal-Scheiben. Konkret geht es um die folgenden Werke: REPULSION „Horrified“ (1989), MERCILESS „The Awakening“ (1990), THEORY IN PRACTICE „Colonizing The Sun“ (2002), CONTROL DENIED „The Fragile Art Of Existence“ (1999) und ÆON SPOKE „Æon Spoke“ (2007).

[2] Überaus witzig war mein Interview mit Trevor Strnad von THE BLACK DAHLIA MURDER: Unter dem Titel „Leichen im Keller und Monster voraus“ habe ich mich mit ihm über die DVD „Fool ‚Em All“ unterhalten, die zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht einmal als Promo-Copy verfügbar war. Aber man kann ja trotzdem schon mal drüber sprechen und dem Herrn auf den Zahn fühlen, weshalb man diese DVD unbedingt haben muss. Ganz nebenbei habe ich dabei auch noch erfahren, dass der Erfolg von THE BLACK DAHLIA MURDER auf nichts weiter als Lug, Trug, skrupelloser Trickserei und erbarmungslosem Ohrabkauen beruht. Glaubt ihr nicht? Dann lest!

[3] Ebenfalls interessant: Mein Gespräch mit den kalifornischen Tech-Deathern ALTERBEAST aus Kalifornien: Deren Debütalbum „Immortal“ ist im wahrsten Sinne „Futter für die Bestie„. Wer (wie ich) mit dem (in Legacy #89 besprochenen) SOREPTION-Album oder auch mit Acts wie SPAWN OF POSSESSION, ATHEIST, MORBID ANGEL, DECAPITATED, NECROPHAGIST oder DYING FETUS etwas anfangen kann, möglicherweise bei dem einen oder anderen Namen gar Appetit auf wohltemperierte und technisch bestechende Gewalt bekommt, der sollte gemessenen Schrittes, aber nicht zu zögerlich, rückwirkend zum 18. März das Fleischereifachgeschäft seines Vertrauens auf- und heimsuchen und das Produkt eintüten.

[4] Eine Scheibe, die ganz offensichtlich einen langwierigen, kaum geradlinigen und schwierigen Entstehungsprozess hatte, ist das Album-Debüt „Antidote“ der schwedischen Thrasher BENEATH, das ganze zwanzig Jahre zum Werden benötigt hat. Leider klingt das Ganze nicht wirklich nach dem krönenden Ergebnis eines derart langen Reifungsprozesses: Zwar hat das Opus durchaus seine Momente; vieles ist aber halbgar und hätte dringend der strukturierenden Hand eines erfahrenen Produzenten bedurft. Statt einen solchen zu Rate zu ziehen, hat man lieber selbst produziert. Wirklich „schlecht“ ist das Album nicht – so gut wie alles auf der Scheibe hat man in den vergangenen zwanzig Jahren (und auch schon davor) aber leider von zig anderen Bands schon zigmal und um Klassen überzeugender gehört; zum großenteils eher mittelmäßigen Songwriting gesellt sich ein Gesang, der über weite Strecken eher bemüht, stellenweise auch amateurhaft rüberkommt. Insgesamt ist das Album – das räumt die Band selbst ein – eher als Abschluss einer gemeinsamen Bandgeschichte gedacht denn als Eintrittskarte in eine professionelle Zukunft. Aber wer weiß? Wer sich ausführlicher informieren möchte, findet die Details in meinem Interview mit der Band und auch in meiner Review, in der ich die Scheibe – wohlwollend, zugegebenermaßen – mit (noch) 8 von 15 Punkten bedacht habe.

[5] Deutlich überzeugender fällt dagegen „Exilium“ aus, das dritte Album der spanischen Extremmetaller NOCTEM: Freunde epischen Death Metals ohne Berührungsängste zu deutlichen schwarzmetallischen Anleihen sowie der einen oder anderen fetten Synthiefläche dürften hier durchaus in Verzückung verfallen. Ich selbst bin Synthies gegenüber in der Regel eher skeptisch, lasse mich aber bei diesem Album an der einen oder anderen Stelle durchaus mal mitreißen, was insbesondere auch am abwechslungs- und facettenreichen Songwriting liegt. Mein persönlicher Anspieltipp ist der Albumcloser ‚The Adamantine Doors‘. Wert war mir die ganze Sache satte 11 Punkte.

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Live-Review: Red Fang, The Shrine, Lord Dying (Köln, Essigfabrik, 14.03.2014)

Red Fang, The Shrine, Lord Dying live @ KölnAm 14.03.2014 gastierten RED FANG, THE SHRINE und LORD DYING für das Eröffnungskonzert des 2. Teils ihrer Europatournee in der Kölner Essigfabrik. Ich war für das Legacy-Mag vor Ort und ließ mich begeistern:

Zum Artikel:
RED FANG, THE SHRINE, LORD DYING @ Köln, Essigfabrik – 14.13.2014
(Legacy „Live Zone“)

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Legacy #89: Cynic, Soreption, Messenger, Five Dollar Crackbitch, Hopeless Youth & more

Legacy #89Seit gestern ist die Ausgabe #89 des Legacy-Magazins im Handel. Beigesteuert habe ich diesmal vier Artikel und vier Album-Reviews. Meine Beiträge im Einzelnen:

[1] Schall, Rauch, Goethe, Nutten & Tod: Artikel/Interview mit den Death-Metal-Debütanten FIVE DOLLAR CRACKBITCH aus dem beschaulichen Andernach (in dem es aber, zumindest mit Erscheinen von „Dehumanization“, heftigst zur Sache gehen dürfte). Ein witziges Interview und ein starker Album-Einstand. Die Band sollte man auf dem Schirm behalten.

[2] Dystopien vom Ich und vom Nichts: Artikel/Interview mit den schwedischen Tech-Deathern SOREPTION, die mit ihrem Zweitwerk „Engineering the Void“ eines meiner persönlichenm Alben des Monats vorgelegt haben. Im Interview sprechen wir über technische Herausforderungen im anspruchsvollen Todesblei-Segment, das aktuelle Album, dessen Lyrics und mehr.

[3] The Kids Aren’t Alright: Hardcore aus Montréal mit jeder Menge Energie und Wut im Gepäck präsentieren uns HOPELESS YOUTH auf ihrem Debüt „Disgust“. Ich sprach mit den Jungs über die Szene in Montréal, ihren Zorn auf die Verhältnisse an und für sich, über Straight Edge und den bisherigen Werdegang ihres Projekts.

[4] Battery: „Thrash ist pure, ungezügelte Gewalt: roh, unverfälscht, authentisch. Live zu thrashen ist wie ein Rausch, die Stimmung von Aggressivität und Wut, in die du dich dabei hineinspielst, ist einzigartig.“ O-Ton der Dänen BATTERY, die als junge Vertreter des Genres antreten, um inspiriert vom Geist der Klassiker und mit jeder Menge 80er-Charme im Sound die Fahne des Thrash Metal hochzuhalten. Ich sprach mit ihnen über Thrash im Allgemeinen und ihr Debütalbum „Armed with Rage“ im Speziellen.

[5] Review: CYNIC, „Kindly Bent To Free Us“ (Season of Mist/Soulfood): Grandioses neues Album der Früher-Tech-Death-und-jetzt-Progrock-Kultcombo. Muss man haben und kriegt von mir satte 12 Punkte. Wird aber, wie bereits dero vorige Veröffentlichungen, erneut polarisieren: Wer alte Progdeath-Schule will, ist hier (erneut) nicht gut bedient. Wer den Entwicklungsprozess dieser Band über die Jahre mitgegangen ist, bekommt hier aber (erneut) hochklassiges neues Futter.

[6] Review: SOREPTION, „Engineering The Void“ (Unique Leader): Ein Highlight für alle Tech-Death-Gourmets und eines meiner persönlichen Alben des Monats: Technisch anspruchsvolles und trotzdem eingängiges Material im Schnittbereich von Acts wie Gojira, Spawn of Possession, Decapitated, Gorod, Necrophagist und Rivers of Nihil. Habe ich mich gefreut, die Band auch interviewen zu dürfen. Ganz stark! 13 Punkte.

[7] Review: MESSENGER, „Illusory Blues“ (Svart Records): Ich musste mich bei der Lektorin erst rückversichern, ob es denn hinnehmbar sei, meine Review zu diesem Album mit einem Satz von 100 Wörtern Länge zu beginnen. Denn anders war dem Album nicht beizukommen. Man lese selbst – und kaufe! Hatte zuvor noch nie von dieser Band gelesen. Meine außergewöhnlichste Album-Entdeckung der letzten Monate. Zweifelsfreie 13 Punkte.

[8] Review: ATOMWINTER, „Death Doomination“ (Eigenproduktion): Nachdem ich diese MCD schon in meinem Blog rezensiert hatte, musste ich sie auch fürs LEGACY in Wort und Tat würdigen. Haut jeden um, der auf Old-School-Death-Metal schwedischer wie auch US-amerikanischer Prägung steht und nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Alles andere wäre irritierend. 12 Punkte, aber sowas von!

Zudem gibt es auf der LEGACY-Website eine nur online erscheinende ausführliche Review des DEFEATER-Gigs am 24.01.2014 in der Kölner Essigfabrik:
[9] DEFEATER, CASPIAN, LANDSCAPES, GOODTIME BOYS @ Köln, Essigfabrik (Legacy.de)

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